tina

Mit vielen Steinen versehen

Mein Weg zur
tiergestützten Arbeit

Nach meinem Abitur habe ich ein Architekturstudium begonnen. Dort gab es einige Schwierigkeiten, die mich nachhaltig verändern sollten. Im Studium kam es immer wieder zu Konflikten, die ich in dieser Art und Weise nicht gewohnt war. Ich zog mich immer weiter zurück. Daraus entstand eine mittelschwere Depression mit Angstzuständen. In meinem Fall bedeutete das, dass ich mich nicht mehr aus dem Haus getraut habe, nur noch rumgelegen habe und keinen Mut mehr hatte.

All meine Energie war plötzlich wie verloren und ich hatte immer das Gefühl, das eine schwarze Masse mich zieht und festhält. In meinem Leben gab es schon immer Tiere. Meistens in Form von Pflegetieren. Ich hatte ein Pflegepferd und einen Pflegehund und ein eigenes Kaninchen und Farbmäuse und wir hatten immer Katzen. Sie waren mir schon in der Pubertät eine große Stütze. Ich träumte bereits seit meiner Kindheit von einem eigenen Hund und einem eigenen Pferd. Dieser Wunsch wuchs in meiner depressiven Zeit extrem an. Der Gedanke war, wenn ich einen eigenen Hund habe, kommen meine Kräfte zurück und ich gehe raus. Also beschäftigten wir, mein Mann und ich, uns mit dem Gedanken.

Ab diesem Moment dauerte es noch 1,5 Jahre bis Lissy bei uns einzog, denn es gibt viele Dinge zu bedenken wenn man ein Tier aufnimmt. Werde ich ihm gerecht? Welches Tier bzw. welche Hunderasse ist für mich geeignet etc.? Kann ich die Kosten auf die Dauer leisten?

Entschieden haben wir uns dann für einen Australien Shepherd. Lissy veränderte mein Leben nachhaltig. Sie erfüllte genau meine Vorstellungen. Dennoch gab es Momente in denen ich wieder in die Löcher fiel. Aus diesem Grund bin ich zu einem Therapeuten gegangen. Dieser wies mich direkt in eine Tagesklinik ein. Dort verbrachte ich 3 Monate mit verschiedenen Therapien. Das war ganz nett und ich hab einiges dort gelernt, aber einige Zeit nach meiner Entlassung fing es wieder leicht an. Zwischenzeitlich beendete ich mein Studium und fand einen Weg ins Berufsleben. Durch steigenden Druck stiegen auch die Angstattacken. Und dann kam es wie eine Eingebung. Ich geh pilgern. Also machte ich mich zunächst mit Lissy und dann später alleine auf den Weg nach Santiago de Compostela.

Das Pilgern war für mich eins der wichtigsten Ereignisse. Leider konnte Lissy mich nur eine Woche begleiten, dann war ihr das zu viel, sie verhielt sich anders und auch das gehört zu einem verantwortungsbewussten Tierhalter dazu. Die Grenzen zu sehen und zu handeln. So lief ich ganz alleine meinen Weg zu Ende und stellte mich meinen Ängsten. Danach entschloss ich mich eine Ausbildung zum Hundetrainer zu machen. Darüber erfahrt ihr hier mehr https://hundsartig.de/tina/.

Zu Lissy kamen dann noch zwei weitere Hunde, ich arbeite als Hundetrainerin und 2018 begann ich eine Weiterbildung zur Fachkraft für Tiergestützte Intervention, ich möchte Menschen auf Ihrem Weg unterstützen. Ende 2018 konnten wir dann dieses wunderschöne Stück Erde erwerben und seitdem helfe ich Menschen, hier ihren Weg zu finden und unterstütze sie mit meinen Tieren. Denn die Tiere unterstützen mich auch jetzt noch jeden Tag. Muss ich schwierige Entscheidungen treffen oder habe ich das Gefühl nicht mehr klar sehen zu können, setze ich mich auf mein Pferd und reite zusammen mit den Hunden eine Runde in den Wald. Danach ist alles viel klarer und leichter.

Ein Blick auf uns

Eindrücke von unserem
Begegnungshof

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